Kostenoptimierung

Das Mehrfamilienhaus in Sarstedt bei Hannover gehört zu den ersten Wohnimmobilien, die nach dem GDW-Rahmenplan realisiert worden sind. Im November 2020 hatte die Kreiswohnbaugesellschaft kwg Hildesheim das Gebäude in Kooperation mit dem Hersteller Alho Systembau nach nur einem Jahr Bauzeit fertiggestellt. Wir haben nachgefragt, wie es funktioniert hat.
Seit dem 1. Novem­ber sind Ener­gie­ein­spa­rungs­ge­setz (EnEG), Ener­gie­ein­spar­ver­ord­nung (EnEV) sowie das Erneu­er­ba­re-Ener­gien-Wär­me­ge­setz (EEWär­meG) von dem neu­en Gebäu­de­en­er­gie­ge­setz (GEG) abge­löst.
Will man die Bau­kos­ten für Neu­bau­woh­nun­gen sen­ken, gehö­ren im Zuge des neu­en Gebäu­de­en­er­gie­ge­set­zes auch die ener­ge­ti­schen Vor­ga­ben bei der Bau­wei­se auf den Prüf­stand, meint Knud Wil­den, Pro­jekt­ent­wick­ler und Geschäfts­füh­rer der W&N Immo­bi­li­en-Grup­pe.
Was kann die Bau­bran­che tun, um die stei­gen­den Wohn­kos­ten in Schach zu hal­ten? Bau­en muss digi­ta­li­siert wer­den, modu­la­res und seri­el­les, stan­dar­di­sier­tes Bau­en wür­de hel­fen, heißt es allent­hal­ben – Ästhe­ten befürch­ten dar­auf­hin, der Plat­ten­bau aus der DDR, anony­me Wohn­blocks wie in Mün­chen-Neu­per­lach oder Ber­lin-Mar­zahn könn­ten zum Vor­bild für moder­nen Woh­nungs­bau wer­den.
Die Immo­bi­li­en­wirt­schaft stand sel­ten so sehr im Fokus der Öffent­lich­keit wie aktu­ell. Doch lei­der über­wie­gen – ins­be­son­de­re in Ber­lin – die For­de­run­gen nach Ent­eig­nun­gen von Woh­nungs­ge­sell­schaf­ten. Dabei ist die­se Schein­de­bat­te auf dem Weg hin zu mehr bezahl­ba­rem Wohn­raum kon­tra­pro­duk­tiv und scha­det letzt­lich den Mie­tern, den Nut­zern und den Woh­nungs­su­chen­den. Was es statt­des­sen braucht: Eine wirk­li­che Bau­of­fen­si­ve, die mehr Wohn­raum schafft.
Zwi­schen 2007 und 2017 sind die Bau­kos­ten in Deutsch­land um rund 33 % gestie­gen, in den letz­ten Mona­ten allein die Kos­ten der TGA um 12 %. Ent­spre­chend the­ma­ti­sier­te die bis auf den letz­ten Platz besetz­te Ver­an­stal­tung „Bau­kos­ten und ihre Bere­chen­bar­keit“ des Expo Real Forums am Mon­tag, 08.10.2018, die Fra­ge, ob und wie Bau­kos­ten bei die­sen Ent­wick­lun­gen überhaupt noch verlässlich kal­ku­liert wer­den können.
Die Stadt Ham­burg hat im Rück­blick auf das Pro­jekt Elb­phil­har­mo­nie neue Regeln für öffent­li­che Auf­trag­ge­ber zum kos­ten­sta­bi­len Bau­en ver­fasst und dabei wich­ti­ge Erkennt­nis­se zusam­men­ge­stellt. Enno Iser­mann, der das Pro­jekt vie­le Jah­re auf­sei­ten der Stadt beglei­te­te, fasst hier die zen­tra­len Ergeb­nis­se zusam­men.
Ein Drit­tel aller Kom­mu­nen (138 deut­sche Städ­te und Krei­se) ächzt unter dem herr­schen­den Woh­nungs­man­gel. Prak­ti­ka­ble Lösun­gen sind bis­her nicht in Sicht. Kos­ten­güns­ti­ger Wohn­raum in hoher Qua­li­tät, der fle­xi­bel genutzt wer­den kann, muss her. Seri­el­les Bau­en könn­te in kür­ze­rer Zeit preis­wer­te Woh­nun­gen schaf­fen.