Seit mehr als zwei Jah­ren ist Max Bögl mit dem Pro­dukt max­mo­dul als Spe­zia­list im Seg­ment des seri­el­len Bau­ens aktiv. Die Fir­men­grup­pe ver­fügt über lang­jäh­ri­ge Erfah­rung im Bereich Modul­bau und seri­el­le Fer­ti­gung. Im Woh­nungs­bau eig­net sich max­mo­dul beson­ders für den Ein­satz in mehr­ge­schos­si­gen Gebäu­den, aber auch für Büro­bau­ten, Hotels oder Boar­ding­häu­ser bie­tet das Sys­tem Vor­tei­le. Bis zu acht Geschos­se kön­nen mit dem Sys­tem rea­li­siert wer­den. Ers­te Pro­jek­te in Bay­reuth, Frank­furt und Dres­den wur­den bereits mit den neu­ar­ti­gen Raum­mo­du­len in Mas­siv­bau­wei­se rea­li­siert und dem Bau­herrn über­ge­ben. Bau­vor­ha­ben in Man­ching, Leip­zig oder Ber­lin befin­den sich in der Mon­ta­ge, wei­te­re Pro­jek­te in der Pro­duk­ti­on.

Inter­view mit Andre­as Ritt­ler, Unter­neh­mens­kom­mu­ni­ka­ti­on Max Bögl Modul AG:

 

Kann seri­el­les Bau­en die Kos­ten eines Bau­pro­jekts tat­säch­lich redu­zie­ren?

Seri­el­les Bau­en kann die Kos­ten deut­lich redu­zie­ren, zum einen durch Ska­len­ef­fek­te, also hohe Stück­zah­len, die sich posi­tiv auf die Her­stel­lungs­kos­ten aus­wir­ken, zum ande­ren über die Pro­duk­ti­on. Durch Effi­zi­enz­stei­ge­run­gen und Pro­zess­op­ti­mie­run­gen kann hier noch viel Poten­ti­al abge­ru­fen wer­den. Um die Kos­ten­vor­tei­le aus­zu­schöp­fen, müs­sen wir aber auch die all­ge­mei­ne Ver­schwen­dung mini­mie­ren – und dies von der Pla­nungs- und Vor­leis­tungs­pha­se bis hin zur Aus­füh­rungs­pha­se, also bei Trans­port, Mate­ri­al, Qua­li­tät und Abläu­fen. Zudem wäre eine bun­des­ein­heit­li­che Bau­ord­nung ein wesent­li­cher Stell­he­bel, um auf das maxi­ma­le Kos­ten­po­ten­ti­al im seri­el­len Woh­nungs­bau zuzu­grei­fen.

Wie sind Ihre Modu­le auf­ge­baut und aus wel­chen Mate­ria­li­en bestehen sie im Wesent­li­chen?

Die Basis bil­den unse­re Raum­mo­du­le, die in Mas­siv­bau­wei­se mit einer Brei­te von 3,18 m und einer Län­ge von 6,36 m bzw. 7,15 m gefer­tigt wer­den. Unser Ziel ist es, einen maxi­ma­len Vor­fer­ti­gungs­grad zu errei­chen. In unse­rer moder­nen Bau­fa­brik wer­den von der Beto­na­ge, Mon­ta­ge und Bear­bei­tung auch alle wesent­li­chen Aus­stat­tun­gen ver­baut: Die tech­ni­sche Gebäu­de­aus­rüs­tung, Böden, Fens­ter, Elek­trik oder auch kom­plet­te Bäder inklu­si­ve Armar­tu­ren.

Wel­che neu­en Lösun­gen haben Sie ent­wi­ckelt?

Mit unse­rem fle­xi­blen Bau­kas­ten­sys­tem kön­nen wir viel­fäl­ti­ge Gestal­tungs­mög­lich­kei­ten ver­wirk­li­chen. Bei uns bedeu­tet modu­lar Bau­en das Pla­nen durch Kon­fi­gu­ra­ti­on. Gebäu­de wer­den durch den Sys­tem­bau­kas­ten kon­fi­gu­riert, ohne auf Indi­vi­dua­li­tät und gestal­te­ri­sche Mög­lich­kei­ten zu ver­zich­ten.

Wie viel Zeit kann durch den Ein­satz der Fer­tig­bau­tei­le und Modu­le ein­ge­spart wer­den?

Bei unse­rem ers­ten Pro­jekt in Bay­reuth konn­ten wir nach nur rund vier Mona­ten Bau­zeit dem Bau­herrn Vono­via das neue Wohn­ge­bäu­de „Am schwar­zen Steg“ über­ge­ben. Der Neu­bau mit Woh­nun­gen zwi­schen 40 und 140 Qua­drat­me­tern besteht aus 60 Modu­len, die in einer rei­nen Mon­ta­ge­zeit von 10 Tagen errich­tet wur­den. Um es zu ver­deut­li­chen: Für ein ver­gleich­ba­res Gebäu­de in kon­ven­tio­nel­ler Bau­wei­se wird unge­fähr ein Jahr Bau­zeit ver­an­schlagt.

Was sind die Vor­aus­set­zun­gen für einen modu­la­ren Woh­nungs­bau?

Die Vor­aus­set­zun­gen sind ein­fach. Von Anfang an im Sys­tem den­ken, denn seri­ell bau­en bedeu­tet auch seri­ell pla­nen.

Wie gehen Sie an die Pro­jek­te her­an?

Im ers­ten Schritt betrach­ten wir das Grund­stück: Wie groß ist die bebau­ba­re Flä­che, wel­che Abstands­flä­chen müs­sen ein­ge­hal­ten wer­den? Wenn uns die­se Infor­ma­tio­nen vor­lie­gen, kön­nen wir unser Modul­ras­ter auf die bebau­ba­re Flä­che legen und ein ers­tes „Klötz­chen­mo­dell“ erstel­len. Im nächs­ten Schritt erstel­len wir für den Bau­herrn den opti­ma­len Woh­nungs­mix und das Regel­ge­schoss, aus denen sich letzt­end­lich das Gebäu­de ergibt.

Wel­che Pro­ble­me tra­ten auf, z. B. in der Zusam­men­ar­beit mit ande­ren Pro­jekt­be­tei­lig­ten, und wie wur­den sie gelöst?

Die größ­te Her­aus­for­de­rung besteht dar­in, die Men­schen mit­zu­neh­men, sie auf die ver­än­der­te Arbeits­wei­se vor­zu­be­rei­ten und zu ent­wi­ckeln: von der hand­werk­li­chen Tätig­keit hin zu einer indus­tri­el­len Fer­ti­gung mit höchs­tem Qua­li­täts­an­spruch, das heißt in der Pra­xis eine Ent­wick­lung vom Mau­rer zum Mon­teur, der auf der Bau­stel­le Mon­ta­ge- und Finish-arbei­ten durch­führt. Durch unse­re eige­ne Aka­de­mie und regel­mä­ßi­ge Kom­mu­ni­ka­ti­on wer­den unse­re Mit­ar­bei­ter von Anfang an beglei­tet und wei­ter­ge­bil­det.

Wel­che Zukunft sehen Sie im seri­el­len Woh­nungs­bau und wes­halb?

Es feh­len Hun­dert­tau­sen­de Woh­nun­gen, beson­ders in den Bal­lungs­ge­bie­ten. Nur mit indus­tri­el­lem Bau­en kön­nen Woh­nun­gen in hoher Stück­zahl, kos­ten­ef­fi­zi­ent, in kür­zes­ter Zeit, mit höchs­ter archi­tek­to­ni­scher und nach­hal­ti­ger Qua­li­tät geplant und errich­tet wer­den.

Details zum Pro­dukt: Max­mo­dul

Bildquelle/Copyright: Max Bögl Modul AG/Reinhard Mede­rer