„Die Expo Real 2018 hat die Zuver­sicht der Bran­che noch­mals unter­stri­chen: Die deut­sche Invest­ment-Rekord­mar­ke von 56,8 Mrd. Euro aus dem ver­gan­ge­nen Jahr, könn­te mit einem star­ken Schluss­quar­tal bereits 2018 schon wie­der über­trof­fen wer­den. Dafür spre­chen Spit­zen­fak­to­ren für begehr­te Objek­te, die Aus­sicht auf Miet­wachs­tum sowie, dass die Top­ren­di­ten mitt­ler­wei­le seit­wärts ten­die­ren und damit zusätz­li­chen Kauf­an­reiz schaf­fen. Hin­zu kommt ein beson­ders robus­ter Markt, der sich von poli­ti­schen Debat­ten, Han­dels­krie­gen und inter­na­tio­na­len Wahl­er­geb­nis­sen unbe­ein­druckt zeigt. Ent­spre­chend hat JLL sei­ne Pro­gno­se für das Gesamt­jahr nach oben kor­ri­giert. Doch gera­de in die­ser Markt­si­tua­ti­on gilt es, wach­sam zu sein und sehr wohl zu regis­trie­ren, dass aggres­si­ve Akteu­re wie Pri­va­te Equi­ty Fonds schritt­wei­se auf kon­ser­va­ti­ve­re Stra­te­gi­en umschwen­ken.

Vie­le Gesprä­che auf der Expo dreh­ten sich im Kern um anzie­hen­de Mie­ten. Denn: Der Incen­ti­ve-Puf­fer für Ver­hand­lun­gen ist in den ver­gan­ge­nen Quar­ta­len rest­los auf­ge­braucht wor­den. Gerin­ge Leer­stän­de bie­ten wenig Grün­de für miet­freie Zei­ten oder Umbau­zu­schüs­se – die Eigen­tü­mer sit­zen am län­ge­ren Hebel. Ent­spre­chend wer­den mit­tel­fris­tig nur Miet­stei­ge­run­gen den Nach­fra­ge­druck im Markt lin­dern kön­nen, was es wie­der­um für Inves­to­ren auch bei den aktu­el­len Rekord-Spit­zen­ren­di­ten span­nend macht.

Doch das gilt nicht nur für den gewerb­li­chen Immo­bi­li­en­markt. Zuneh­mend rückt auch der Bereich Resi­den­ti­al ins Blick­feld, was auch die poli­ti­sche Debat­te in Deutsch­land spie­gelt. Fast 15 Mrd. Euro hat der Invest­ment­markt für Resi­den­ti­al-Pro­duk­te in die­sem Jahr bis­lang umge­setzt – das ist 81 Pro­zent über dem Schnitt der ver­gan­ge­nen Deka­de. Die­ses Wachs­tum bestä­tigt JLL dar­in, die Erfah­run­gen und Kom­pe­ten­zen aus dem gewerb­li­chen Bereich nun auch in „Living“ zu über­tra­gen. Resi­den­ti­al ist kei­ne Oppor­tu­ni­tät, son­dern die logi­sche Ergän­zung, wenn man den Immo­bi­li­en­markt ganz­heit­lich ver­ste­hen und gestal­ten will. Für die Markt­teil­neh­mer ver­spricht dies gro­ßes Poten­zi­al – deut­lich über das Ende die­ses Jah­res hin­aus.

Doch gera­de in star­ken Markt­pha­sen sind Weit­blick und Augen­maß uner­läss­lich. Denn es ist abseh­bar, dass die Zin­sen auch im Euro-Raum wie­der stei­gen wer­den – wenn auch sicher­lich nicht sprung­haft. Zugleich meh­ren sich Anzei­chen für ein ver­hal­te­ne­res Wirt­schafts­wachs­tum bei gleich­zei­ti­ger Über­stre­ckung der Bau­ka­pa­zi­tä­ten in der Repu­blik. Das erfor­dert Stra­te­gie, genaue Markt­kennt­nis und unab­hän­gi­ges Urteils­ver­mö­gen, damit auf ein erneu­tes Rekord­jahr nicht ein kapi­ta­ler Kater auf der Expo Real 2019 folgt.“

(State­ment von Timo Tschamm­ler, CEO JLL Ger­ma­ny)