Office nach Corona – „Human Centric“

Dr. Oliver Steinki ist Gründer der Investmentfirma evolutiq und Co-Gründer des Kölner Rucksack- und Schultaschen-Unternehmens FOND OF. Er war Bauherr der eigenen Firmenzentrale „THE SHIP“ in Köln Ehrenfeld, die er vollständig nach den Anforderungen seiner Mitarbeiter umgesetzt hat.
Vorum Vogelperspektive
© Vorum
Das Vorum bildet ein Gebäudeensemble mit dem direkt benachbarten Neubau THE SHIP sowie der historischen Alten Wagenfabrik und ergänzt den lebendigen Campus um einen weiteren, revolutionären Baustein.

Weil dieser Ansatz für das eigene Unternehmen so erfolgreich war, plant er aktuell den Bau einer weiteren zukunftsweisenden, voll digitaliserten Büroimmobilie – gleich nebenan: Das „Vorum“ entsteht nach den Erfahrungen aus der Corona-Pandemie und konsequent nach dem „Human Centric-Konzept“. Dazu haben wir mit Herrn Dr. Steinki gesprochen.

Wie sind Sie zum Konzept des „Human Centric Building“ gekommen? 

Beim Bau von THE SHIP, der Firmenzentrale von FOND OF, die vor etwa zwei Jahren eröffnet wurde, haben wir uns bereits intensiv mit den Anforderungen unserer Mitarbeiter:innen auseinandergesetzt. Wir führten im Vorfeld umfangreiche Bedarfsanalysen durch und entwickelten ein wirklich maßgeschneidertes Konzept. Dazu gehörte der Einsatz intelligenter Technologien ebenso wie zum Beispiel die Gestaltung der Arbeitsflächen als „activity based workspaces“, die immer perfekt zu den unterschiedlichen Aktivitäten im Arbeitsalltag passen. Unser Ziel war und ist es, Arbeitsumgebungen zu kreieren, die voll und ganz auf die Bedürfnisse der Menschen ausgerichtet sind, die sich dort wohlfühlen und entfalten können.

Was konkret verstehen Sie unter dem Fachbegriff „Human Centered“ im Hinblick auf die Büroimmobilie und wann würden Sie ein Objekt so bezeichnen?

In einem Human Centric Building sollen die Nutzererfahrungen am Arbeitsplatz verbessert werden – mit direkten positiven Auswirkungen auf die Gesundheit, Kreativität und Leistungsfähigkeit der Menschen. Das Wohlbefinden wird in den Mittelpunkt gerückt. Für mich erfüllt ein Objekt diesen Anspruch, wenn es konsequent aus der Nutzerperspektive geplant und umgesetzt wird. Das betrifft alle mit dem Bau verbundenen Entscheidungen – von der architektonischen Gestaltung, über die Infrastruktur und Ausstattung der Büroflächen, bis hin zur Gebäudedigitalisierung und der Optimierung von Licht, Schall und Klima.

Was machen Sie im geplanten Vorum anders als bei früheren Büroimmobilien?

Unsere Vision eines lebenswerten Arbeitsplatzes, wie wir ihn mit dem SHIP bereits umgesetzt haben, denken wir für das Vorum entsprechend der technologischen Innovationen noch etwas weiter. Wir setzen auf einen intelligenten Mix aus Digitalisierungs-, Mobilitäts-, Gesundheits- und Gastronomiekonzepten. Die Ausstattungsmerkmale im Vorum werden einem modernen, nachhaltigen Lebensstil entsprechen. Dabei berücksichtigen wir auch die gestiegenen Anforderungen an die gesundheitliche Sicherheit am Arbeitsplatz, zum Beispiel indem wir von vorneherein modernste Luftfilteranlagen verbauen. Das Vorum erweitert den unternehmerischen Campus rund um das SHIP und die Bestandsimmobilie Alte Wagenfabrik. Wir möchten, dass die Menschen, die hier arbeiten, von der kommunikativen Atmosphäre und dem lebendigen Austausch profitieren.

Warum ist „Human Centric“ für Sie zukunftsweisend?

Corona hat in Sachen Arbeitskultur extrem viel bewegt und „Human Centric“ spiegelt die Anforderungen einer modernen Arbeitswelt wider. Unternehmen stehen mehr denn je vor der Herausforderung, dass sie Mitarbeiter:innen nur dann halten können, wenn sie ihnen Arbeitsumgebungen bieten, die auf Wohlbefinden, Produktivität und Potenzialentfaltung ausgerichtet sind. Gleichzeitig wird das Büro nicht mehr nur ein physischer Ort sein, an dem man arbeitet, sondern vielmehr ein Ort, der die Kultur, Werte und Visionen eines Unternehmens symbolisiert – sowohl für Mitarbeiter:innen als auch für Gäste.

Wie sehen Sie den Büroimmobilienmarkt zurzeit?

Die Auswirkungen der Corona-Krise sind sicherlich auf dem Büroimmobilienmarkt spürbar. Auch wenn der Markt robust ist, er muss sich weiterentwickeln. Was Büros jetzt und zukünftig ausmacht: sie müssen einen sicheren Rahmen für inspirierende Begegnungen schaffen. Noch dazu wird die Gebäudedigitalisierung einen immer wichtigeren Stellenwert einnehmen – in zehn Jahren ist sie bei Neubauten vermutlich schon Standard. Und auch die nachträgliche Digitalisierung von Bestandsimmobilien wird umfassender. Denn smarte Gebäude punkten nicht nur mit ökonomischer Effizienz, sie können zu mehr Wohlbefinden und Produktivität beitragen.

Im Entwicklungsgebiet Gatelands am BER, dem neuen Berliner Flughafen, entsteht der Bürokomplex "The Unique" mit 8.800 m² Mietflächen und einem Serviced Apartmenthaus. Jasmin Samiri, Projektentwicklerin von Kolb+Partner, setzt auf neue Wege bei Bürowelten und Standortqualitäten und erklärt, wie sich eine neue Entwicklung zum „Human Centered Office“ durchsetzt.