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Zwi­schen 2007 und 2017 sind die Bau­kos­ten in Deutsch­land um rund 33 % gestie­gen, in den letz­ten Mona­ten allein die Kos­ten der TGA um 12 %. Ent­spre­chend the­ma­ti­sier­te die bis auf den letz­ten Platz besetz­te Ver­an­stal­tung „Bau­kos­ten und ihre Bere­chen­bar­keit“ des Expo Real Forums am Mon­tag, 08.10.2018, die Fra­ge, ob und wie Bau­kos­ten bei die­sen Ent­wick­lun­gen überhaupt noch verlässlich kal­ku­liert wer­den können. Dis­ku­tiert wur­de aus unter­schied­li­chen Per­spek­ti­ven, von­sei­ten des GU über den Pro­jekt­ent­wick­ler bis zur finan­zie­ren­den Bank. Am Panel nah­men teil:

  • Ros­wi­tha Loibl (Mode­ra­ti­on),
  • Mar­cus Becker (Kon­dor Wes­sels Bouw Ber­lin GmbH),
  • Marc Bon­ner (pbb Deut­sche Pfand­brief­bank AG),
  • Rai­ner M. Schäfer (STRA­BAG Real Esta­te GmbH),
  • Jens Qua­de (Ed. Züblin AG) und
  • Mar­tin Löcker (UBM Deve­lop­ment AG).

 

Der Bau­bran­che feh­len Res­sour­cen

Wenn Bau­kos­ten zu einer „Wet­te auf die Zukunft“ wer­den, weil sie sich schon in der Zeit bis zum Bau­start deut­lich ver­teu­ert haben, ist das für alle Betei­lig­ten ein Pro­blem. Die Gründe dafür sah die Run­de in ers­ter Linie in der Res­sour­cen­ver­knap­pung – immer weni­ger Per­so­nal sowie Pro­ble­me, überhaupt einen GU für das nächste Bau­vor­ha­ben zu fin­den – aber auch bei den ste­tig stei­gen­den Neben­kos­ten und der lan­gen Dau­er von Bau­ge­neh­mi­gun­gen, die nicht sel­ten erst nach 2-3 Jah­ren erteilt wer­den und das kal­ku­lier­te Bud­get hinfällig wer­den las­sen.

Die in der Pra­xis üblichen Lösungsansätze sind bei den Betrof­fe­nen unter­schied­lich gewich­tet. So setzt die Bank vor allem auf eine genaue Markt­be­ob­ach­tung und erwar­tet ange­mes­se­ne Puf­fer in der Pro­jekt­kal­ku­la­ti­on, GU und Ent­wick­ler las­sen sich auf eine enge­re Zusam­men­ar­beit und Risi­ko­tei­lung ein. Die größte Schwie­rig­keit, ins­be­son­de­re für GU und Nach­un­ter­neh­mer, besteht der­zeit im Recrui­t­ing.

Bau­en ist part­ner­schaft­li­cher gewor­den

Den­noch sei der Res­sour­cen­pro­ble­ma­tik auch ein posi­ti­ver Effekt abzu­ge­win­nen, denn das Bau­en sei damit für alle Betei­lig­ten part­ner­schaft­li­cher gewor­den, man begeg­ne sich mehr auf Augenhöhe. Wer­den die Inter­es­sen der Nach­un­ter­neh­mer berücksichtigt, sei erfolg­rei­ches Bau­en wei­ter­hin möglich. Dazu zählten Pla­nungs­si­cher­heit beim Per­so­nal und in der Auf­trags­be­ar­bei­tung sowie eine frühzeitige Ein­bin­dung und Kennt­nis der jewei­li­gen Kon­stel­la­ti­on im Bau­pro­jekt. Für die Zukunft ste­hen aus Sicht der Dis­ku­tan­ten wei­te­re Kos­ten­stei­ge­run­gen bevor, ins­be­son­de­re da sich das Per­so­nal­pro­blem mas­siv ver- schärfen wer­de. Um die­sen Anfor­de­run­gen zu begeg­nen, wer­den drei Aspek­te her­vor­ge­ho­ben: Mit­ar­bei­ter gemäß den neu­en Anfor­de­run­gen auszuwählen und „zu pfle­gen“ sowie den Nach­wuchs offen­siv anzu­spre­chen und dabei für eine gute Aus­bil­dung zu sor­gen.