Von Micha­el Neu­mann, Vor­stands­vor­sit­zen­der der Dr. Klein Pri­vat­kun­den AG

Bericht anhand des Dr. Klein Trend­in­di­ka­tors Bau­fi­nan­zie­rung (DTB)  über aktu­el­le Ent­wick­lun­gen bei Bau­fi­nan­zie­run­gen in Deutsch­land.

Stan­dard­ra­te für Immo­bi­li­en­fi­nan­zie­rung steigt

Im April 2020 stieg die Stan­dard­ra­te – ein Ver­gleichs­wert, den Dr. Klein für Bau­fi­nan­zie­run­gen über 150.000 Euro, zwei Pro­zent Til­gung, 80 Pro­zent Belei­hungs­aus­lauf und zehn Jah­ren Zins­bin­dung ermit­telt – auf 396 Euro deut­lich an. Aller­dings bleibt sie auf einem sehr nied­ri­gen Niveau: Bis Mit­te letz­ten Jah­res betrug sie durch­gän­gig über 400 Euro.

Die Stan­dard­ra­te spie­gelt die im Zuge der Coro­na-Pan­de­mie eben­falls leicht gestie­ge­nen Zin­sen für Immo­bi­li­en­kre­di­te wider. Mit zuneh­men­der Ver­schul­dung Deutsch­lands, die die wirt­schaft­li­chen Fol­gen der Pan­de­mie abpuf­fern soll, ist eine wei­te­re Auf­wärts­be­we­gung mög­lich – aller­dings in über­schau­ba­ren Rah­men und nicht kon­ti­nu­ier­lich.

Belei­hungs­aus­lauf sinkt wei­ter, Dar­le­hens­hö­he geht zurück

Der Trend zu mehr Eigen­ka­pi­tal in der Finan­zie­rung hält auch in Coro­na-Zei­ten an: Zum vier­ten Mal in Fol­ge sinkt der monat­li­che durch­schnitt­li­che Belei­hungs­aus­lauf. Mit 82,61 Pro­zent liegt der Wert knapp 0,2 Pro­zent­punk­te unter dem im März.

Die durch­schnitt­li­che Dar­le­hens­sum­me klet­tert vor­erst nicht wei­ter in die Höhe: Sie geht um 2.000 auf rund 273.000 Euro zurück und ent­spricht damit dem Finan­zie­rungs­be­darf im Febru­ar.

Til­gung und Zins­bin­dung annä­hernd auf Vor­mo­nats­ni­veau

Gera­de zu Nied­rig­zins­zei­ten ist eine hohe Anfang­s­til­gung emp­feh­lens­wert, um die Gesamt­lauf­zeit des Kre­dits zu ver­rin­gern. Im April wäh­len Kre­dit­neh­mer im Durch­schnitt eine Til­gung von 2,89 Pro­zent, eine nur gering­fü­gig nied­ri­ge Höhe als im Vor­mo­nat (2,92 Pro­zent).

Im Ver­gleich zum März geht die Zins­bin­dung um zwei Mona­te zurück, sie bleibt mit rund 14 Jah­ren aber wei­ter­hin auf einem hohen Niveau. Damit ver­schaf­fen sich Immo­bi­li­en­käu­fer eine sehr lan­ge Pla­nungs­si­cher­heit und mini­mie­ren ihr Risi­ko bei stei­gen­den Zin­sen für die Anschluss­fi­nan­zie­rung: Weil nach 14 Jah­ren ein grö­ße­rer Anteil des Kre­dits getilgt ist als nach einer kür­ze­ren Fest­le­gung, ist für den Fol­ge­kre­dit nur noch eine klei­ne­re Sum­me nötig.

For­ward-Dar­le­hen legen wei­ter zu

Auf­grund der Coro­na-Kri­se sind die Zin­sen für Bau­kre­di­te in den letz­ten Wochen ver­hält­nis­mä­ßig stark geschwankt. Bei zuneh­men­der Vola­ti­li­tät reagie­ren Kre­dit­neh­mer mitt­ler­wei­le sehr zügig und sichern sich die Zin­sen für ein zukünf­ti­ges Dar­le­hen. Ent­spre­chend ist die Nach­fra­ge nach For­ward-Dar­le­hen zuletzt stark ange­stie­gen und der April-Wert liegt mit acht Pro­zent noch ein­mal leicht über dem Anteil im März. Aber auch Annui­tä­ten­dar­le­hen gewin­nen wie­der an Boden und machen aktu­ell 81,2 Pro­zent des Gesamt­vo­lu­mens der Bau­fi­nan­zie­run­gen aus.

Die Zunah­me der KfW-Kre­di­te in den letz­ten Mona­ten ist im April leicht gebremst. Ihr Anteil geht von zuletzt 7,85 auf 7,23 Pro­zent zurück.

Bildquelle/Copyright: Dr. Klein Pri­vat­kun­den AG

 

Micha­el Neu­mann, Vor­stands­vor­sit­zen­der der Dr. Klein Pri­vat­kun­den AG